Ambulante Kur.

A) Freie Heilkur für Beihilfeberechtigte
Kostenträger: private Krankenkasse/Beilhilfe/Selbst

Die Kosten der Kur sind mit Ausnahme der Unterkunft, Verpflegung und der Kurtaxe voll beihilfefähig und werden in der Regel auch von den Privatkrankenkassen erstattet. Die Beihilfe bezuschusst die freie Heilkur noch mit zirka 15,- € täglich. Bei der freien Heilkur gilt der Aufenthalt als Sonderurlaub. Nicht mehr aktive Beamte können jederzeit eine solche Kurmaßnahme ohne Genehmigung einer Beihilfestelle durchführen.

B) Ambulante Vorsorgeleistung an einem anerkannten Kurort für gesetzlich Krankenversicherte (ehemalig: ambulante Badekur)
Kostenträger: Krankenkasse/ Selbstzahler

Die bisherige „offene Badekur“ heißt „ambulante Vorsorgeleistung in einem anerkannten Kurort“ und ist im Sozialgesetzbuch verankert. Die Wirkprinzipien der „Badekur“ sind Schonung, Übung und Kräftigung. Diese Reiz-Reaktionstherapie kann nur an einem entsprechenden Kurort durchgeführt werden = wohnortfern, nicht am Wohnort selbst.

Auf dem Kurarztschein unterscheidet man zwischen

* ambulante Vorsorgeleistung zur Krankheitsverhütung = um das Auftreten einer Krankheit zu Verhindern oder zu Verzögern und

* ambulante Vorsorgeleistung bei bestehender Krankheit = um die Verschlimmerung einer chronisch gewordenen Krankheit zu verhindern.

Der Kurantrag wird vom Hausarzt mindestens 2 Monate vor dem Anreisetag ausgefüllt und von Ihnen bei Ihrer Krankenkasse eingereicht. Im Antrag genügt es nicht, nur die Diagnose anzugeben, sondern hier muss die „Krankheitsverhütung“ begründet werden. Bei einer bestehenden chronischen Krankheit muss die Schädigung mit den resultierenden Beeinträchtigungen im Kurantrag attestiert werden. Wichtig ist auch die Formulierung des Kurzieles, wie z.B. …dem Patienten wird dadurch eine Hilfe zum besseren Umgang mit seinem Leiden gegeben. Nur die Krankenkassen entscheiden über die Genehmigung der Kur- deshalb die Notwendigkeit einer Kur durch Ihren Hausarzt gut begründen lassen. Wird ein Kurantrag abgelehnt, lohnt sich in vielen Fällen der Widerspruch oder ein persönliches Vorsprechen bei der Kasse. Dazu hat man einen Monat Zeit. Eine nochmalige ärztliche Stellungnahme über Dringlichkeit und die medizinische Notwendigkeit der Kur, erhöht die Aussicht auf Erfolg. Nach unserer Erfahrung werden 50% der Anträge zuerst abgelehnt, aber nach dem Widerspruch genehmigt.

Der Badearztschein wird in unserem Haus angenommen, ebenso wie Rezepte, die der Hausarzt ausgestellt hat.
Anstatt des Badearztscheines können in unserem Haus durch den Badearzt Rezepte über Anwendungen ausgestellt werden. Die ärztlichen Leistungen werden über die mitgebrachte Chipkarte abgerechnet.
Der Eigenanteil beträgt 10% der Heilbehandlungskosten + 10,- € pro Rezept. Manche Kassen können noch einen Zuschuss bis zu 16€ gewähren, welchen Sie nach Abschluss der Badekur erhalten.
Bei Privatpatienten werden die ärztlichen Leistungen zur Gänze und die Heilbehandlungen gemäß dem beihilfefähigen Höchstsätzen übernommen. Ärztliche Leistungen werden nach den Gebührensätzen der GOÄ dem Patienten in Rechnung gestellt.